England Ade, weiter nach Belgien und Holland

Es ist Montagmorgen. Was für ein langes Wochenende in Portsmouth. Noch immer bin ich berauscht von den vergangenen drei Tagen. Die Action an Land und vor allem auf dem Wasser war zum Staunen, atemberaubend schön. Nun hält mich aber nichts mehr hier und ich mache mich auf den Weg nach Hause.

Gegen 0830 Uhr werfe ich die Leinen los. Ein letzter Blick zurück auf Portsmouth, den Spinackertower und das Regattagelände.

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Kurze Zeit später liegt der Solent hinter mir. Welch wunderbares Revier. Ein echtes Highlight der Reise, hier könnte ich es auch länger aushalten. Als nächstes Ziel ist Brighton angesetzt. Es läuft aber so gut dass ich daran vorbei fahre und eine Stunde später in New Haven festmache. Kleiner Ort, kleine Marina aber große Fährschiffe. Die Fähre aus Dieppe kommt und geht dreimal am Tag. Imponierend wie sie sich durch die schmale Einfahrt manövriert.

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Früh am kommenden Tag geht’s weiter nach Dover. Bei schwachen Raumen Winden motore ich die meiste Zeit dicht unterhalb der grandiosen Kreidefelsen Küste. Ich male mir aus wie schön es ist dort über Stunden zu wandern.

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Dover ist grau und unansehnlich, was aber überwiegend am Wetter liegt. Dann geht es quer über den Kanal. Früh morgens lege ich ab, muss aber an der Ausfahrt warten weil gerade ein Kreuzfahrer reinkommen will.

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Kaum aus dem Hafen heraus wird bei schön frischem, raumem Wind gesegelt. Es reicht mir die Genua. Dazu kommt der mitlaufende Strom, das macht 7-8kn Fahrt über Grund.

Später frischt der Wind auf und ich reffe die Genua auf 70% runter. Dazu luve ich auf Halbwind an, fiere die Schot und rolle das Segel ein. Ausgerechnet in dem Moment kommt ein Boot auf mich zu geprescht, was mich aufmerksam und nervös macht. Es ist der französische Grenzschutz. Nach dem Manöver gehe ich wieder auf Kurs und schalte mein Handfunkgerät ein. Das Kontrollboot umkreist die BOGGES BOGGES, fährt dann dicht neben mir her. Ich sehe zwei Ferngläser auf mich gerichtet.

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Kurz darauf werde ich auf Kanal 16 gerufen. Ich melde mich, wünsche einen guten Tag und frage wie ich behilflich sein kann. Daraufhin keine Erwiderung des Grußes, nur Fragen: woher, wohin, wie viele Leute an Bord, der Heimathafen. Ich beantworte alle Fragen und buchstabiere Langenargen langsam: Lima, Alfa, November, Golf, Echo, November…….. Das darf ich noch zweimal tun bevor es verstanden ist. Dann werde ich auch Kanal 08 gewiesen und soll standby bleiben. Nach etwa 10 Minuten dreht das Boot ab, zeigt mir das Heck und braust wortlos davon. Sprachlos sehe ich hinterher. War`s das nun?? Das war weder höflich noch freundlich, wie es bisher am Funk üblich war.

Egal ! Bald darauf eine weitere Premiere. Die Belgische Gastlandflagge kommt unter die Steuerbord Saling.

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Die Küste kommt in Sicht und zuerst sieht es aus wie eine Steilküste, was mich wundert. Beim Näherkommen werden aus der Steilküste Hochhäuser, eins neben dem anderen. Die komplette Küste sieht so aus.

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Nun war ich drei Tage unterwegs und habe gute 170sm hinter mich gebracht. Die letzten rolligen 50sm davon selbst gesteuert, denn Ray, mein Autopilot, mag keinen Vorwindkurs mit konfusen Wellen. Er kann leider nicht antizipieren und spürt auch nicht am Hintern die nächste Welle anrollen um schnell Gegenruder zu geben. ;o))

Ich bin in Nieuwpoort und gönne mir einen Hafentag. Das Boot wird gesäubert und ich poliere das Gelcoat im Cockpit auf, das stört mich schon lang. Später ein Spaziergang an die Küste.

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Mittlerweile bin ich in Breskens, Niederlande. Auch hier bleibe ich einen Tag, denn es ist leichter Nordwind angesagt, das hieße 60sm motoren nach Scheveningen, das mag ich nicht. Tags darauf wieder W, das passt. So gehen die Tage ohne große Ereignisse dahin und ich bin mit meinem Vorankommen zufrieden.

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