Yarmouth und der schönste Tip der Reise

es ist noch eine Woche bis zum LVAC Cup in Portsmouth. Ich mache die Etappen kurz und plane Hafentage ein. Nächstes Ziel ist Yarmouth an der Nord- westlichen Ecke der Insel Cowes.

Auf dem Weg dorthin komme ich zum zweiten Mal an den Needles vorbei. Mit Schiebestrom geht`s vor dem Wind in den Needles Channel. Der Anblick hat nichts von seiner Faszination verloren.

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Der beschauliche Ort gefällt mir. Schmale Gassen, alte gepflegte Häuser, urige Pubs und Läden. Dafür geht es in der Marina zu. Am Wochenende liegen wir in vierer Päckchen am Steg, wobei immer noch freie Plätze da sind, aber die sind reserviert. Reservieren kann man auf der hp der Marina und bekommt dann sogar noch 10% Discount. Das ist der Rat für ein Wochenende in Yarmouth.

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Ich wuchte mein MTB auf die Schulter und klettere über das Nachbarboot auf den Steg. Der Ausflug führt mich an das westliche Ende der Insel und ich sehe die Needles nun auch von Land aus.

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Im Klönschnack mit meinem englischen Bootsnachbarn erzähle ich von Southampton als nächstem Ziel. Er rät mir davon ab und ich soll doch lieber den Beaulieu River hinauf nach Bucklers Hard. Neugierig geworden mache ich mich im Reeds und Internet schlau.

Am Samstag ist der Sommer hier unvermittelt angekommen. Bei Sonnenschein und feinem Wind segel ich dann doch erst nach Southampton. Auf dem Solent ist gut Verkehr. Hightech

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und Tradition sind auf dem Wasser aktiv.

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In Southampton kann ich Besorgungen erledigen. Die lebhafte FuZo ist Multikulti und quirlig. Ich kaufe mir einen Falaffel- Wrap, lecker! sitze auf ner Bank und lasse das bunte Leben an mir vorbeiziehen.

Am Sonntag geht es dann wieder ein paar Meilen West und den Beaulieu River hinauf. Das klappt für mich nur 2std. vor und nach Hochwasser, da die Einfahrt sonst zu flach für 1,85m Tiefgang ist. Im Fluss selbst ist es immer tief genug. Pünktlich bin ich da und nach der Passage tauche ich langsam ein in eine andere Welt. Das Wasser wird ruhig, der Wind milder, der Blick nicht mehr in der Ferne über grünblauem Wasser sondern am nahen Ufer mit seinen vielfältigen Grüntönen, bunten Pflanzen und Wasservögeln. Warme Luft umschmeichelt und die Sonne scheint von einem makellos stahlblauen Himmel.

Auf dem Fluss kommen mir über 20 Boote entgegen. So denke ich, geht meine Rechnung auf. Wochenende vorbei, ich habe telefonisch reserviert, da wird Platz sein. Am frühen Nachmittag treffe ich ein und bin sofort begeistert. Der Harbourmaster ist mit seinem Boot unterwegs und zeigt mir den Platz. Am Steg nehmen zwei Leute die Leinen entgegen und fest bin ich im Paradies. Buckler`s Hard Marina.

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ein paar Stunden später sieht es so aus.

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Bucklers Hard erlangte im 16ten Jahrhundert seine Bekanntheit, als hier viele Schiffe der Royal Navy gebaut wurden. Lord Nelson erhielt hier die HMS Agamemnon, mit der er seinen historischen Ruhm begründete und die er sein Lieblingsschiff nannte.

Sir Francis Chichester begann und beendete hier 1966 mit seiner Gipsy Moth IV seine Weltumsegelung. Heute stehen noch die gregorianischen Häuser der Werftarbeiter.

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In der kleinen Kapelle erinnert eine Gedenktafel an ihn.

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Eine schöne Wanderung/ Radeltour 5km Flussaufwärts entlang des schönen Ufers führt mich nach Beaulieu. Wären da nicht die Autos wähnte man sich um 200 Jahre zurück versetzt.

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Der River Beaulieu ist der einzige England`s der sich im Privatbesitz befindet und einen Meereszugang hat. Die ersten Siedler waren Zisterzienser Mönche die 1203 das Land von der englischen Krone bekamen und urbanisierten. Im 16ten Jahrhundert sagte sich Heinrich VIII von der katholischen Kirche los, schloß alle Klöster und enteignete sie. Das Land bekam der Vorfahr der jetzigen Eigentümer. Fluss und Ländereien sind heute noch im Besitz der Familie Montagu. Der zweite Baron Montagu of Beaulieu war zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts Motorenthusiast und auch Rennfahrer. Er besaß und sammelte viele Autos. Sein Sohn und Nachfolger, der dritte Baron Montagu of Beaulieu, teilte diese Leidenschaft mit seinem Vater. Er verstarb 2015 und gründete auf seinem Besitz das national Motor Museum das heute einer Stiftung angehört. Ein Besuch voll Faszination und Staunen. Mehrere Stunden schlendere ich durch die Hallen, schaue, lese, bewundere, staune. Alles Originale. Zuerst die durchgeknallten Autos der englischen TV Serie Top Gear, läuft bei uns auf DMAX.

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dann eine Halle mit bekannten Filmautos. Hier der Mini mit dem Mr. Bean sein schelmisches Unwesen trieb.

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In der Haupthalle alles vom Beginn der Motorisierung

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Die goldenen Zwanziger und Dreißiger Jahre

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bis in die moderne Zeit. Serienautos und Rennwagen. Alles ist hier zu bewundern.

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Auch Motorräder kommen hier nicht zu kurz.

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Hier noch ein Geschenk VW`s an den 3ten Baron. Der 100.000ste Käfer, der auf die Insel exportiert wurde. Baujahr 1953. Ein bemerkenswerter und ausgezeichneter Jahrgang ;o))

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Ich lasse einfach die Bilder sprechen.

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Der Familiensitz der Familie Montagu ist eines der "Treasure Houses of England", die der Öffentlichkeit zugänglich sind. Ein imponierender Bau der in seinen Grundmauern über 500 Jahre alt ist.

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Teile der Räumlichkeiten darf man besichtigen. Eine Reise in Vergangene Zeiten des Commonwealth. Prachtvolle Esszimmer.f

Die Küche und das Kommunikationssystem mit dem die Dienerschaft gerufen wurde. In jedem Raum eine Schnur mit der eine Glocke zu läuten war.j

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Hier ausgestellt die Einladungen und Kleidung die der 3te Baron bei der Krönung Edward VIII 1936 als junger Bursche trug und die Robe zur Krönung Elizabeth II im Jahr 1952.

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Spazieren durch den schönen Park um das Anwesen herum.

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Am folgenden Tag mache ich mich voll Wehmut auf den Weg nach Portsmouth. Flussaufwärts ein Blick zurück.

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Schon bald weht der Wind wieder stärker und kühler, eine Jacke muß her. Das Wasser wird lebhafter, das Land tritt zurück, der Blick geht wieder in die Weite, der Solent kommt in Sicht. Ich bin zurück im richtigen Leben, doch die vergangenen drei Tage werde ich bestimmt nie vergessen.

Teils unter Segeln, teils mit Motor geht es gegen die Strömung nach Gosport, gegenüber Portsmouth, in die Royal Clarence Marina. In Portsmouth findet am Wochenende der LVAC Cup statt und ich habe Karten für alle 3 Tage. Jippeeijehh!!!

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