Gipsy Moth IV und Portland

Das nächste Etappenziel soll Weymouth sein. Da mir aber immer der Sinn nach neuen Häfen steht wähle ich nicht Weymouth, da war ich schon im letzten Jahr, sondern nebenan Portland, einen der größten künstlich angelegten Häfen der Welt mit einer Größe von 8,6 Quadratkilometern.

Portland hatte seit dem 18ten Jahrhundert große Bedeutung für die Royal Navy und im zweiten Weltkrieg für die alliierten Invasionstruppen. Heute wenig kommerziell genutzt befindet sich in ihm die Marina Portland und das englische Segelleistungszentrum das 2012 die Segelwettbewerbe der olympischen Spiele in der Bucht von Weymouth organisierte. Die Bucht gilt als eines der besten Segelreviere der Welt.

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Ankunft und festmachen waren Routine, zumal der Hafenmeister am Steg stand und half. Kaum fest redet er deutsch mit mir. Haydn, mit deutschen Wurzeln, wartet noch auf weitere Boote. Ich mache mich auf den Weg zum Office und bleibe nach ein paar Metern wie vom Donner gerührt versteinert stehen. Ich traue meinen Augen nicht, denn vor mir liegt unvermittelt eine Legende, die Gipsy Moth IV.

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Mit ihr hat Sir Francis Chichester 1966 mit nur einem Stopp Einhand die Welt umsegelt. Ich frage die Leute an Bord, ist das wirklich DIE Gipsy Moth?? Das wird bestätigt und ich werde sogleich eingeladen an Bord zu kommen. Irre! ehrfurchtsvoll bei dem Gedanken das Sir Francis das auch tat schaue und fasse ich alles an, bekomme meine Fragen beantwortet und  lasse mir erklären. Heute fährt das Boot für eine Stiftung die das langsam verfallende Boot 2004 für den symbolischen Preis von £1 und einem Gin Tonic gekauft und restauriert hat. Sie hat einen geregelten Törnplan, besucht Boatshows, Seglertreffen und nimmt auch Chartergäste an Bord. Unter Deck sieht es noch sehr authentisch aus, selbst die über 50 Jahre alten Funkgeräte und Peiler sind noch an Bord.

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allerdings nur noch als Dummy denn dahinter verbirgt sich aktuelle Navigationselektronik. Nettes Gimmick :o))

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Ein paar Stunden später legt sie ab und segelt zum Hafenfest nach Brest. Welch ein Glück für mich das man hier auf den passenden Wind gewartet hat.

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Am nächsten Tag radle ich nach Weymouth. Schon King George III kam gern zum Baden hierher, seitdem ist es ein bekanntes Seebad.a

Kaum angekommen beginnt ein ausgiebiger Regen, den ich in der Bücherei abwettere. Als es wieder trocken ist mache ich meine Besorgungen und zurück geht`s an Bord.

Der Nachmittag beginnt schöner. Ich erkunde die Insel Portland,die berühmt ist für den Kalkstein der dort seit vielen Jahrhunderten abgebaut wird. Viele bekannte Gebäude wurden aus ihm errichtet, wie der Buckingham Palace, die St. Paul`s Cathedral, große Teile des UN Gebäudes in New York. Allein für die Wellenbrecher des Hafens wurden 5,7millionen Tonnen Steine verbaut. Die typisch graue Färbung der Steine gab auch dem Portland Zement seinen Namen.

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Am Südende, dem Portland Bill angekommen schaue ich mir vom sicheren Ufer aus die wilden Strömungen, die Eddies, an. Sehr eindrucksvoll.

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Wer sich auskennt kann auch Innen durch. Ich bin lieber außen herum.

Den Coastpath entlang geht es zurück. An vielen Stellen stehen Skulpturen, Muster der verschiedenen Steinarten und Beispiele der Anwendung, errichtet ganz ohne Mörtel oder Zement.

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sieht aus wie neu aber steht schon seit mehr als 160 Jahren.

Zum Schluss noch eine Skulptur die darstellt was Portland ausmacht: Fischerei und Steine.

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Am nächsten Tag segel ich nach Poole. Verrücktes Wetter. Sonnenschein beim Ablegen, keine halbe Stunde später Prasselregen. Nach einer weiteren halben Stunde wieder Sonnenschein. Unterwegs werde ich noch zweimal von so einer Regenwolke eingeholt.

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Dabei sitze ich im Trocknen auf meinem Steckschott unter der Sprayhood und lass es regnen.

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Einlaufend Poole scheint dann wieder die Sonne auf die imposanten Kreidefelsen.

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