La Trinité sur Mer

20.06.2016 Ich bin in Lorient und es regnet den ganzen Tag den berühmten bretonischen Nieselregen. Die Sicht beträgt knapp 2 Kilometer. Unter Deck ist es trocken und warm, es duftet nach leckerem Tee und ich habe Lust von weiteren Erlebnissen zu berichten.

Zum Beispiel über die letzte Nacht vor dem Erreichen La Trinité`s. Nach Mitternacht war ich zu konzentriert zum Ruhen; habe die Geschwindigkeit reduziert um nicht zu früh, noch im Dunkeln, bei der Belle Ile zu sein. Regelmäßig wird der Kurs kontrolliert und anhand meiner Navigations-SW OpenCPN die Distanz zur Insel gecheckt. Der zunehmende Mond ist schon untergegangen und zwischen den Wolken ist der ein und andere Stern zu sehen. An Kimm und Horizont ist es ruhig.

Ich wahrschaue in dieser Zeit, da die Nacht am dunkelsten ist, stetig und aufmerksam. So entgeht mir auch nicht dieser wunderbar magische Moment, wenn der neue Tag kaum merklich den pechschwarzen Mantel der Nacht fast unbemerkt lichtet und am östlichen Horizont ein kaum sichtbar schmaler, schwarzbläulich schimmernder Streifen Meer und Himmel trennt und ab nun stetig den Horizont erobert. Schon bald ist es eine kleine Kuppel die größer wird und intensiver blau scheint. Die Wolken bekommen Strukturen, die Sterne verblassen. Dann wird es bunt. Zwischen Horizont und Wolken-Unterkante schimmert ein schmaler Streifen in allen nur erdenklichen Rosa-, Rot- und Lilatönen und kündigt den neuen Tag an. Magic Moments an Bord der BOGGES BOGGES.

Mit der Annäherung an die Belle Ile nimmt der Wind stetig ab und ich motore die letzten 15sm bis zu meinem Ziel.

Die Marina La Trinité sur Mer hat ULTRAMARIN Ausmaße. Dazu kommen noch die großen Bojenfelder beidseitig des sich windenden Fahrwassers. Nur getrennt durch eine breite Mole liege ich am Besuchersteg gegenüber den gigantischen Trimaranen.

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Tags darauf bei einer Radeltour entlang der Küste bis nach Carnac genieße ich das offene Land und die Weite, das schöne Wetter und die stetig wechselnde Aussicht. Ich bestaune bretonische, aus Granit gebaute Häuser.

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In Carnac imponiert mir in der kleinen Kirche besonders das prachtvoll bemalte, hölzerne Deckengewölbe.

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Richtung Hinterland besuche ich die weltweit größte Ansammlung von Hinkelsteinen, oder wie sie richtig heißen, Menhire bzw. Megalithen. Die Alignements von CarnacWarum genau die Jungsteinzeitlichen Menschen vor 4000-6000 Jahren diese teils riesigen Steine aufgereiht haben weiß man bis heute nicht eindeutig.

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Wieder zurück an Bord gehe ich im nahen Supermarche fürs Abendessen einkaufen. Auf dem Parkplatz ist gerade Flohmarkt. Am Abend höre ich aus dem Städle volkstümliche Musik erklingen. Neugierig mache ich mich auf zu einem Bummel, folge den Klängen und lande wieder auf dem Parkplatz des Supermarkts. Ein Areal ist abgesperrt, eine Gruppe spielt bretonisch- keltische Weisen und in der tiefstehenden Abendsonne haben Jung und Alt sichtlich Spaß und tanzen dazu.

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Da bleibe ich natürlich und mir wird zeitweise ganz warm um`s Herz. Ich schaue und höre zu und erfreue mich an dieser schönen Stimmung.

 

Zurück an Bord lasse ich diesen wunderbaren und emotionalen Tag bei einem Glas eiskaltem Rosé Revue passieren und genieße die warme Abendstimmung.

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