Von La Coruña nach La Trinite sur Mer

Dies ist meine zweite Biskaya Überquerung, diesmal von Süd nach Nord-Ost. Die Wettervorhersagen für die kommenden 3 Tage sind günstig und meine Nachtbeleuchtung im Masttop funktioniert auch wieder.

So laufe ich am Sonntag den 12.06. gegen Mittag aus. Nach 2 Motorstunden liegt das letzte Kap hinter mir und unter einem monoton grauen Himmel stellt sich der vorhergesagte Südwest Wind ein. Die Genua ausgerollt, der Motor aus und mit 6kn geht es Kurs Nord.

Der Wind soll am zweiten Tag rechts drehen, das heißt mehr aus West bis Nordwest kommen. Darum fahre ich zu Beginn nicht den direkten Weg zum Ziel sondern mehr Nord, halte also vor oder wie Segler sagen: hole mir Höhe.

Die erste Nacht verläuft ruhig und gegen 0300 Uhr am kommenden Tag ist es dann auch so. Der Wind kommt aus West, ich falle ab und kann mit halbem bis raumen Wind nur mit der Genua weiterfahren, das ist sehr pflegeleicht. Nimmt der Wind zu, rolle ich das Segel mehr ein; nimmt er wieder ab, rolle ich es aus. Das geschieht so 3-4 Mal am Tag. Der Wind ist beständig, aber das Wetter nicht freundlich. Immer wieder holen mich Regenschauer ein, die mehr Wind dabei haben. Dann wieder sonnige Abschnitte gefolgt von tiefgrauem, wolkenverhangenem Himmel.

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Während der Regenphasen sitze ich auf dem halboffenen Steckschott unter der Sprayhood im Trockenen und freue mich des Lebens. Immer wieder kommen Delfine vorbei die mit der Bugwelle der BOGGES BOGGES spielen, sie überholen oder übermütig springen. Traumhaft schöne Momente die sich tief in meiner Erinnerung verankern.

 

So vergeht die Zeit. Ich lese, träume oder hänge meinen Gedanken nach. Die Winde sind beständig und moderat, die Atmosphäre lebhaft mit stetig wechselndem Wetter und spannenden Sonnenuntergängen.

Ich komme nachts zu meinen Ruhephasen, wenig Schiffsverkehr, selbst die Annäherung an Belle Ile in der letzten Nacht war ruhig. 2-3 Fischer im Abstand von 3-4sm.

Im Hellen nähere ich mich mit 4-5kn Fahrt. Im Lee der Insel nimmt der Wind ab und ich motore die letzten 15 Meilen bis La Trinite sur Mer. Beim Einlaufen kreuzt der erste dieser Monster- Trimarane die hier liegen meinen Weg. Es hat nur einen Hauch von Wind und das AIS Signal des Tri verkündet 12kn speed. Unglaublich!!

Das Fahrwasser ist verwirrend und ich orientiere mich genau an den Tonnen. Viele Bojenfelder die scheinbar im Weg liegen, doch die Betonnung führt drum herum. Ich mache fest am einlaufend ersten Steg der für Besucher reserviert ist.

Das war dann wohl auf absehbare Zeit meinen letztes längeres Seestück. 3 Tage und 3 Nächte, 390 Seemeilen…und ich bin in Frankreich.

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