Nachlese. von Madeira nach Porto

Für diesen Törn braucht man möglichst Winde aus dem zweiten und dritten Quadranten. Das klappt mit einem Tief im Norden. „Meins“ war auf 42grd Nord und hat für den Nordatlantik 6-7 Tage südwestliche bis südliche Winde prognostiziert. So geht es am Sonntag, 11.04. Morgens los.

Ein letzter Blick zurück auf Madeira

letzter Blick auf Madeira

Dabei war aber auch ein kleiner Tiefdrucktrog weiter südlich, dessen Bahn von West nach Ost  ich kreuzen sollte. Dem will ich ausweichen, weswegen ich keinen direkten Kurs auf Porto absetze sondern mehr östlich fahre, Kurs Lissabon. Das ist auch eine Option, wenn etwas passieren sollte, schneller an Land zu kommen.

Wechselhaftes Wetter bringt Sonnenschein und bald darauf Wolken mit Regenschauern und mehr Wind drin.

wolke mit wind und Regen drin

Am Mittwoch erwischt mich dann der südliche Rand des Trogs, natürlich mit dem Dunkelwerden. Die Genua wird auf ein Minimum runter gerefft.

Starkwind

So geht es bei 25kn Wind mit 5kn Speed durch die Nacht, was aber wesentlich angenehmer ist als die 6bft am Wind auf dem Weg von La Palma nach Madeira. Mit dem Morgengrauen nimmt der Wind ab. Beim Sichtcheck von Rigg und Deck entdecke ich einen fliegenden Fisch, dem die BOGGES BOGGES im Weg war.

fliegenderFisch

Schon ab dem Vormittag fahre ich wieder Vollzeug. Donnerstag ist ein schöner, entspannter Segeltag.

Zweimal bekomme ich Besuch von einer Delfinschule. Die ersten entdecke ich beim Blick nach vorn, da sehe ich sie übermütig angesprungen kommen. Sie begleiten die BOGGES BOGGES etwa 20min und ich kann meine Actioncam zum Einsatz bringen.

Die zweite Gruppe sind wenige, aber sehr groß. Zwischen zwei und drei Meter lang.

Delfine

Die Ausbreitungsbedingungen auf der Kurzwelle sind gut. So bekomme ich täglich zur Mittagskonferenz um 1100 UTC und zur Nachmittagkonferenz um 1630 UTC Verbindung zu Intermar, den Amateurfunkkameraden die sich um die Segler auf hoher See kümmern und mit Wetter und allerlei anderen Informationen versorgen. Dort erfahre ich was meine Gripfiles nicht hergeben. Ein weiteres Minitief kreuzt meinen Weg, soll aber fast durch sein auf meiner Höhe. So bin ich nicht überrascht als Freitag in der Früh um 0400 der Wind zunimmt und ich wieder mit Minibesegelung und 6-7bft in den Tag fahre. Wobei nicht der Wind das Übel war sondern der starke Regen, ungemütlich.

Ich bin froh über diese Einrichtung, deren Mitglied auch ich bin. Mein Dank an die Netcontroller von Intermar.

Mittlerweile bin ich etwa 20sm vor der Portugisischen Küste. Treibende Gegenstände und vor allem häufige Fischerbojen zeigen das an. Die Nacht werde ich besonders aufmerksam auf Fischerboote achten. Aber auch die letzte Nacht ging gut zu Ende. Zum Schluß habe ich in einer Flautenphase das Boot ohne Besegelung treiben lassen, Deckbeleuchtung an, und zwei Stunden geschlafen.

Am Vormittag taugt der Wind wieder zum segeln bis in die Hafeneinfahrt. Am Samstag,16.04. um 1420 Uhr mache ich fest in der Marina Atlantico in Porto.

Das waren nun 6 Tage, 5 Nächte auf See. 630sm, davon 20 std. mit Maschine, das entspricht etwa 100sm.

  • a-Madeira-ade
  • b-sunrise
  • c-sunrise

  • d-Wind-und-Regenwolke
  • e-starkwindsegel
  • f-fliegenderFisch

 

 

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