nächste Landmarke: Cap Finisterre

Gestern war ein Tag nach meinem Geschmack. Moderate Nordwestliche Winde, 3-4bft. Den ganzen Tag wurde gesegelt und ich bin gut voran gekommen. Lieblingsplatz: auf einem Kapokkissen am offenen Niedergang angelehnt. Bei einer Tasse Tee alles im Blick. Stundenlang kann ich mir von dort die durchlaufenden Wellen anschauen und dabei die Bewegung des Bootes wahrnehmen. Dann noch was schönes zu lesen und die Welt, meine kleine segelnde Welt, ist im Einklang.

Die Nacht hindurch wird weiter gesegelt. Der Wind aus Nordwest mit 2-3bft ist herrlich. Erst im Morgengrauen des neuen Tages schläft er langsam ein. Ich will heute im Hellen Cap Finisterre passieren und starte den Motor. Zum Nachmittag werde ich dort sein. Es ist mild und die Sonne lugt auch immer wieder hervor. Eine lange Dünung aus Nord läuft langsam unter dem Boot hindurch und hebt und senkt es sanft. Ich bringe alles Klamme zum Trocknen an Deck, sogar das Vorschiffsluk ist auf und verschafft richtigen Durchzug. Unter Deck mache ich ein wenig sauber und entsalze den Boden.

Nun will ich aber auch nicht verheimlichen das nicht immer alles nur rund läuft an Bord.

Morgens auf einmal schwingt die Dirk, das ist eine Leine die am hintern Ende des Großbaumes befestigt ist, in der Luft herum. War befestigt mit einem dicken Schäkel an dem sich der Bolzen gelöst hat. Ich fange die Dirk wieder ein. Nehme einen neuen Schäkel mit unverlierbarem Bolzen.

Später schaue ich auf die Logge, da sind nur noch einzelne Pixel zu sehen und die Tasten haben keine Funktion mehr. So mach ich mich ans Ende der Hundekoje und baue das Instrument aus. Vermute es ist Wasser eingedrungen. Bei der gestrigen stürmischen Fahrt hatte ich zwei Einsteiger von Stb. Das Wasser stand 15cm im Cockpit. Aufgeschraubt und knochentrocken, alles schaut gut aus, so schraube ich es wieder zu. Irgendwann fällt mein Blick auf die Schalt- und Instrumententafel am Naviplatz und mir fällt auf das die Wassertankanzeige auf 1/2 steht, obwohl ich vor drei Tagen den Tank gefüllt habe in den 170ltr passen. Das Instrument scheint in Ordnung und so gehe ich auf die Suche. Kein Süßwasser mehr wäre ein Problem, dann sollte ich bald an Land.

Nach kurzer Suche lokalisiere ich als Übeltäter die Fußpumpe in der Pantry. Beim Pumpen tritt dort Wasser aus und läuft nach, das ist das fatale. Die gefüllte Bilge bestätigt das fehlende Wasser im Tank. So klemme ich den Zulaufschlauch von der Pumpe ab, verschließe ihn mit einem Pfropfen und Schlauchschelle, beobachte dann eine Weile die Tankanzeige und pumpe die Bilge leer. Ab nun gibt es Trinkwasser nur aus dem Waschbecken in der Nasszelle. Da wandere ich nun mit meinem Wasserkessel jedesmal hin und ich muß nicht sofort an Land :o)

Gegen 1400 Uhr will ich kein Land mehr sehen. Ich setzte die Segel und fahre mit dem wenigen Südost gen Westen, raus auf den Atlantik. Kaum weg von Land dreht der Wind immer weiter nach links und ich kann meinen Kurs von 210grd mit geschrickten Schoten fahren. So geht es in die nächste Nacht.

Abends begegnen mir die ersten Wale, WOW !! Erst sehe ich die Blasfontäne, dann den schwarzen Rücken mit einer kleinen Finne und schon wieder abgetaucht.

Ich habe genügend Wasser und die wieder eingebaute Logge tut auch ihren Dienst.

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