stürmische Biskaya

Morgens hole ich mir via AirMail, das ist eine Anwendung nur für Amateurfunker, Wetterdaten der kommenden zwei Tage. Das sind gribfiles des Seegebietes in dem ich gerade bin. Gribdaten zeigen mit einer Auflösung von 1/2grd, also 30sm, jeweils die Windrichtung als Pfeil und die Windstärke mit Fähnchen. Kurzes Fähnchen 5kn, langes Fähnchen 10kn Wind. Für Donnerstag waren vorhergesagt zwei lange und ein kurzes Fähnchen, also 25kn, das sind 6Bft, knackig.

Nun nahm der Wind immer weiter zu. Um 1730 waren es satte 7bft, die Spitzenböen gingen bis 34kn und standen dort auf dem Windmesser Minuten wie angenagelt. Die Wellen waren nun ca. 4m hoch, einige begannen sich zu brechen. Auf dem Wasser bildeten sich die ersten Schaumstreifen. Immer wieder kam nach einem Set Wellen ein Paar besonders hohe, geschätzt bis zur ersten Saling, also ca. 6m. Das sieht gut aus wenn das Boot genau im Tal der beiden Wellen ist.

So bin ich dann in die Nacht gesegelt. Gegen 2100 Uhr UTZ (2300 zu Hause) ließ der Wind dann endlich nach und mit 5-6bft ging es die ganze Nacht hindurch weiter.

Das war die stürmische Begrüßung der Biskaya. Mir persönlich hätten die angekündigten 6bft völlig gereicht, doch wenn man drin ist muß man durch, das ist das Schöne und Anspruchsvolle beim segeln. Was mich aber dabei besonders freut ist das Verhalten der BOGGES BOGGES. Sie nimmt jede Welle ohne hart einzusetzten, taucht weich ein, liegt gut auf dem Ruder. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich ein mulmiges Gefühl oder Zweifel, im Gegenteil, ich war wirklich gelassen konzentriert.

Der heutige Tag ist dann ein gemütlicher. Wind aus NW mit 3-4bft. Nach anfänglichem leichtem Regen kam ab Mittag auch die Sonne heraus. Ich habe alles Nasse nach draussen geschleppt zum trocknen. Die kommenden Tage sollen leichte Winde vorherrschen. So sind es im Moment noch ca. 100sm bis Cap Finisterre.

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